Ein überraschend teures Hobby

Es ist wahrlich interessant welche Auswüchse ein neues Hobby annehmen kann, wenn man sich nicht ständig selbst kontrolliert. Selbst in diesem, meinem Online-Tagebuch, lässt sich ganz leicht erkennen, dass ich mit meiner neuem Freizeitbeschäftigung, dem Dampfen, schon wieder einen Grad erreicht habe, der weit über eine kleine Beschäftigung in meiner Freizeit hinausgeht.
Dabei sind nicht nur die ganzen Stunden, in denen ich mich mit dem Thema beschäftigt habe viel umfangreicher ausgefallen, als anfangs gedacht, sondern auch die Kosten sind vollends aus dem Ruder gelaufen.

So habe ich zuletzt einen Liquid-Rechner programmiert, welcher doch recht ansehnliche Funktionen mitbringt. Das hat viel Zeit und Mühe gekostet. Es hat sich jedoch gelohnt. Nicht nur um des schlussendlich für mich perfekt geeigneten Rechners wegen, sondern auch auf Grund der Auseinandersetzung mit WordPress, JavaScript, HTML, PHP und CSS. Grundsätzlich lerne ich ja gerne dazu und solche kleinen Spielereien eignen sich dazu hervorragend.

Nun kam es jedoch dazu, dass in einem Forum zum Thema „Dampfen„, in welchem ich mitlese, eine Diskussion darüber angestoßen wurde, dass ein Großteil der E-Zigaretten-Anwender jede Kontrolle über sich verloren haben. Verfolgt man die Diskussionen eine Zeit lang mit, so bemerkt man schnell, dass sehr viele ehemalige Raucher, welche nun zum vermeintlich gesünderen Verdampfen gelangt sind, jede Kontrolle über ihr Kaufverhalten verloren haben.

Quelle: www.flickr.com, Images Money

Quelle: www.flickr.com, Images Money

Gerne vergleicht man die laufenden Kosten zwischen Dampf und Rauch. So gibt ein Raucher pro Tag wohl 5 bis 6 Euro für seine heiß geliebten Glimmstängel aus. Ein selbst mischender Dampfer kommt im Vergleich dazu schon mit unter 20 Cent pro Tag auf seine Nikotin-Dosis. Doch fast alle Betroffenen rechnen sich ihre Zahlen selbst schön. Erst letzte Woche klinkte ich mich in einen kleinen Disput ein und führte an, dass auch die Ausgaben für Geräte und Fehlkäufe zu berücksichtigen sind. Doch das möchten nur die wenigsten hören.

Das Dampfen muss auf Gedeih und Verderb gesünder und günstiger sein, als die althergebrachte Sucht nach Zigaretten.

Schaue ich mir nur ein paar Videos im Internet an, so erblicke ich umgehend Dutzende Akkuträger und Verdampfer im Hintergrund der diversen Protagonisten. Selbst günstige Modelle und Nachbauten aus China sind kaum für weniger als 30 Euro zu bekommen. Gute Geräte aus westlichen Ländern, ich selbst besitze so etwas nobles jedoch nicht, kosten auch gerne über 100 Euro. Dazu die Verdampfer, Draht, Watte, Aromen, Basen und Liquids, welche man sich bestellt. Vom anfallenden Porto gar nicht erst zu schreiben.

Am Ende des Monats hat man, gerade zu Beginn, wohl mehr Geld investiert als durch den Verzicht auf Zigaretten gespart.

Natürlich kann man argumentieren, dass ein Raucher zuvor auch Kosten von schätzungsweise 150 Euro im Monat hatte, ihm somit eben dieses Budget zur Verfügung steht, um sich mit Dampf-Artikeln einzudecken. Doch in diesem Modell braucht niemand von der Zigarette abweichen. Einziger Grund wäre dann die Überzeugung, dass es sich um eine weniger schädliche Alternative zum Rauchen handelt, da es hierzu jedoch keinerlei Langzeitstudien gibt, muss es wirklich beim Glauben belassen werden.

Vor Allem sei angemerkt, dass das Dampfen sehr zeit-intensiv ist. Stunden über Stunden kann man mit Recherchen nach den derzeit besten Akkuträgern und Verdampfern verbringen. Die Auswahl an Aromen ist schier endlos und ebenso der Ärger über entsprechende Fehlkäufe. Gleiches gilt natürlich auch für Liquids. Doch das nehmen die Jünger der elektrischen Zigarette gerne in Kauf. Zuvor war man nur bereit beim Tanken schnell Zigaretten mitzunehmen. Heute verschenkt man täglich Stunden beim Wickeln der Verdampfer und beim Mischen der Liquids. Doch Zeit lässt sich natürlich nicht aufrechnen.

 

So kam es jedenfalls dazu, dass ich mich daran machte ein kleines Tool für meinen Blog zusammenzustellen, welches es dem E-Zigaretten-Nutzer erlaubt seine Ausgaben zu protokollieren.

Beispiel einer Dampf-Kosten-Statistik

Kosten im Tortendiagramm nach Typ und als Linien-Diagramm für den Ausgabenverlauf.

Dort werden ganz einfach die Daten einer Bestellung eingegeben. Ordert man Artikel mehrere Warengruppen gemeinsam, so teile ich die Versandkosten entsprechend auf die Posten auf, sodass ein gleichmäßiger Eindruck und fairer Vergleich möglich ist.
Schaut man oben auf das Diagramm, welches meine persönlichen Ausgaben für 5 Monate enthält, so stellt man eine Summe von circa 300 Euro an Ausgaben fest. Diese kann auch der Protokoll-Tabelle, welche hier nicht abgebildet ist, entnommen werden. 300 Euro sind für den genannten Zeitraum ungefähr zwei Euro pro Tag. Was ein vielfaches von dem ist, was ich als Beinahe-Nicht-Raucher sonst für Zigaretten ausgeben würde.
Mit Hilfe dieses so simplen Diagramms habe ich mir selbst sehr anschaulich vor Augen führen können, wie viel Geld ich letztendlich für dieses Hobby ausgegeben habe. Vielleicht hilft es ja auch anderen, wenn sie ihre Kosten notieren und so auf den Boden der Tatsachen zurückfinden.

Für registrierte und eingeloggte Besucher ist es jedenfalls möglich das Tool zu verwenden. Link

Wie sonst auch bin ich für Kritik und Anregungen offen.

2 comments for “Ein überraschend teures Hobby

  1. 20. Juni 2015 at 14:27

    Wie cool, als ich auf den Blog stieß musste ich feststellen, dass du der erste dampfende Veganer bist den ich kenne.
    Ich persönlich dampfe mittlerweile seit knapp 4 Jahren (aktuell mit Yihi SX Mini und FeV3) und lebe seit 3 Monaten vegan. Vielleicht kann man sich ja mal treffen 😉

    Beste Grüße
    Daniel

  2. 2. Februar 2017 at 23:06

    Günstiger ist es in der Regel auf jedenfall, nur wäre da nicht der bekannte „Haben-will-Virus“ in der Dampferszene, wenn was neues auf den Markt kommt 🙂

    Letztlich gibt es doch viele Aspekte warum man anfängt zu dampfen, persönlich auch um die Kosten als auch der Geruch. Vape on!

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